Wenn man ihn braucht, ist er weg
Dieses Ding taucht hier auf, dort, steckt aus unerklärlichen Gründen in Taschen, in die es nie gelangt sein kann. Theoretisch jedenfalls …
Die Jacke, die seit Tagen am Haken hängt, Bon drin.
Die Hose von gestern, die längst in der Wäsche war, Bon drin.
Die eine Tasche im Rucksack, die eigentlich nur Kabel frisst, Bon drin.
Er ist wie ein Haustier, nur ohne Charme. Man wird ihn nicht los, aber er kommt auch nie dann, wenn man ihn ruft.
Und dann kommt der Teil, der zuverlässig funktioniert.
Man braucht ihn
Nicht aus Sammelleidenschaft, sondern weil man etwas nachlesen will.
Ja, gut, manche sammeln die Teile vielleicht auch, aber für mich sind es eher Erinnerungen an Zeiten, als das Geld noch bei mir war 
Jedenfalls wird der Inhalt manchmal wichtig.
Das Datum. Der Betrag. Irgendeine Zeile, die genau jetzt plötzlich wichtig ist oder weil man etwas zurückgeben möchte und dafür, ganz klassisch, einen Beleg braucht.
Aber DANN, ja DANN ist er weg!
Nicht „gerade nicht auffindbar“, nicht „liegt bestimmt irgendwo“, sondern weg. Als hätte dieses Thermopapier einen eingebauten Fluchtmodus, der genau dann auslöst, wenn es ernst wird.
Das Beste daran ist, dass es hier keine Bon-Halde gibt. Keine Tasche mit Bons, kein Stapel, kein Chaosfach, nichts. Irgendwann lösen die sich scheinbar einfach auf. Und wenn dann doch mal einer wieder auftaucht, dann natürlich der falsche. Der von irgendwas, das man nie wieder braucht. Und er ist dann auch noch so unleserlich, dass man ihn genauso gut hätte direkt entsorgen können.
Der eine Bon, der zählt, der bleibt verschwunden… 
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